Zum Schluss eine Probe-Wahl
Der KommentarPodiumsdiskussion mit Landtags-Kandidaten im Luckenwalder Biopark
JÜRGEN HUSEN
LUCKENWALDE - "Partei ergreifen für Teltow-Fläming", prangte es am Donnerstagabend an der Stirnwand des Kommunikationszentrums im Luckenwalder Biotechnologiepark. Und auf dem Podium saßen die Landtags-Kandidaten Steffen Reiche, Klaus Bochow (beide SPD), Carola Hartfelder, Peter Wagner (beide CDU) und Kornelia Wehlan (PDS). Sie stellten sich den Fragen der Teilnehmer jener Veranstaltung, die die Wirtschaftsjunioren sowie die Kreishandwerkerschaft des Landkreises und das Luckenwalder Regionalcenter der IHK Potsdam organisiert hatten.
Doch dem Motto wurde sich nur spärlich zugewandt. Zu sehr überwogen bundespolitische Themen wie etwa Hartz IV. Wie groß ist der Kaufkraftverlust, wenn die Reform kommt?, wollte ein Besucher wissen. Kornelia Wehlan nannte 240 Millionen Euro. Eine Zahl, die irgendwann mal Arbeitsminister Baaske genannt hatte. Bildungsminister Reiche konterte und sprach von Demagogie: Der Wert sei längst nicht mehr aktuell, er gehe eher nach unten und rund 60 Prozent der Betroffenen würde durch Hartz IV besser dastehen als vorher.
Dies zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung: Es sind im Osten einfach zu wenig Arbeitsplätze, um die Reform wirkungsvoll umzusetzen. Zum "Partei ergreifen für Teltow-Fläming" bekannte sich vornehmlich Klaus Bochow. Er lobte das Engagement des Landkreises bei der Förderung der regionalen Wirtschaft und berichtete, das 89 Prozent der Aufträge im Kreis verbleiben würden.
Kreishandwerksmeister Jörg Peschke forderte, dass sich die Kandidaten, falls die gewählt werden, für ein zentrales Mahngericht in Luckenwalde einsetzen. Begründung: Die schlechte Zahlungsmoral fordert schnell greifende Instrumente. Mit der Einrichtung könnten Forderungen per Internet direkt im Datenaustausch eingebracht werden. Weiter schlug Peschke vor, die Umsatzsteuer-Voranmeldung online zu erstatten, dies würde eine Zeitersparnis von drei bis vier Tagen bringen. Die Vergaberichtlinien für Brandenburg seien zu überarbeiten und über öffentliche Investitionen sollte frühzeitig informiert werden, damit öffentliche Aufträge in den Anfangsmonaten des Jahres ausgelöst werden können. Laut Peschke müsse verhindert werden, dass Ein- und Zwei-Euro-Jobs das Auftragspotenzial für Handwerk und Gewerbe mit Dumpinglöhnen gefährden.
Zum Schluss dann noch eine Probe-Wahl. 42 Leute beteiligten sich daran. Sie gaben der CDU 20 Stimmen (47,62 Prozent). Es folgte die PDS (13/30,95) vor der SPD (9/21,43).
ArtikelbildQuelle: Märkische Allgemeine, Luckenwalder Rundschau, 21.08.2004

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